In der Sommersaison 2017 bietet KUBUS, auch in Zusammenarbeit mit anderen Kulturinstitutionen, folgende Veranstaltungen an:

Mai-November 17

Verschiedene Veranstaltungsorte und Zeiten

Veranstaltungsreihe zum Thema "Film"

Ein Gemeinschaftsprojekt Engadiner Kulturinstitutionen (mehr...)

2. Juli 17 Sonntag

18.15 h Segantini Museum, St. Moritz

«Werden – Sein – Vergehen» – der Klang des Triptychons

Konzert mit dem Pacific Quartet Vienna

Inspiriert von Giovanni Segantinis Meisterwerk, dem Alpentriptychon, sind grossartige Kompositionen entstanden, darunter im Jahr 1905 das Streichquartett von Anton Webern und 110 Jahre später, 2015, das Triptychon op. 152 für Streichquartett von Martin Derungs, das dieser dem Pacific Quartet Vienna gewidmet hat. Das international preisgekrönte Streichquartett interpretiert im Segantini Museum die beiden Werke sowie Joseph Haydns Streichquartett D-Dur, Op. 20 Nr. 4. Das Konzert, das im Kuppelsaal, vor dem Alpentriptychon aufgeführt wird, ermöglicht eine einmalige Symbiose von Klang und Bild.

18. Juli 17 Dienstag
17.30 h Andrea Robbi Museum, Sils

Vernissage der Sonderausstellung "Die Oberengadiner Landschaft in Malerei, Zeichnung und Fotografie – einst und jetzt"

Einführung in das Werk von Dr. Mirella Carbone (mehr...)

20. Juli 17 Donnerstag

17.30 h Pavillon Chesa Fonio, Sils

Das Oberengadin in der Malerei

 Vortrag mit Bildprojektionen von Dr. Mirella Carbone

Es ist sicher kein Zufall, dem das Oberengadin seine hohe Präsenz in der Malerei, Zeichnung  und Fotografie verdankt. Die Einmaligkeit dieser Landschaft zieht die Künstler seit je in ihren Bann: Ferdinand Hodler, Cuno Amiet, Oskar Kokoschka, Marc Chagall, Otto Dix, Max Ernst, Gerhard Richter, sie besuchten immer wieder das Hochtal und haben ihre Erfahrungen der Landschaft auf je eigene Weise gestaltet.
Nicht geringer ist die Zahl derjenigen MalerInnen, ZeichnerInnen, Fotografinnen und Fotografen, denen dieses „Stück Ober-Erde“ (Nietzsche) nicht nur ein bevorzugtes Sujet, sondern zugleich Heimat war oder ist: Turo Pedretti, Andrea Robbi, Samuele Giovanoli, Maria Bass, Hannes Gruber, Ursina Vinzens uam... Ihre Werke laden Auge und Geist des Betrachters dazu ein, das Oberengadin als grossartigen Naturraum, als unerschöpfliches Quellgebiet künstlerischer Inspirationen und nicht zuletzt als menschlichen Lebens- und Erfahrungsraum wahrzunehmen.

21. Juli 17 Freitag

18.15 h Segantini Museum, St. Moritz

Dem Himmel näher – «Mittag in den Alpen», 1891


Vortrag und Gespräch mit Prof. Dr. Johannes Stückelberger
 

 
Weshalb erfreuen sich Segantinis Bilder bis heute so grosser Beliebtheit? Ein Grund dürfte sein, dass sie uns den Menschen als Teil eines grösseren Ganzen zeigen.
Prof. Dr. Johannes Stückelberger ist Dozent für Religions- und Kirchenästhetik an der Universität Bern und Privatdozent für Neuere Kunstgeschichte an der Universität Basel.

4. August 17 Freitag

18.15 h Segantini Museum, St. Moritz

Voglio vedere - Segantini-Variationen

Lesung und Gespräch mit dem Schriftsteller Reto Hänny

Seit seiner Kindheit im Tschappiner Walserhaus kennt Reto Hänny Bilder von Giovanni Segantini – Postkarten und Kunstdrucke, die im Treppenhaus hingen. Eine Offenbarung war für den Sekundarschüler, als er im Bündner Kunstmuseum in Chur erstmals Originale des Malers zu Gesicht bekam. Segantinis Kunst liess ihn nie mehr los, so arbeitet er immer wieder an Sätzen zu dieser Licht-Malerei. Aus einem Text, den er 2016 für das visarte-Jubiläum verfasste und neu bearbeitet hat, liest er über seine Beziehung zu Giovanni Segantini, speziell zum Bild «Alpenlandschaft mit Frau am Brunnen» (um 1893) und zum Triptychon «Werden – Sein – Vergehen» (1896-1899).

15. August 17 Dienstag
17.30 h Pavillon Chesa Fonio, Sils

Das Oberengadin in der Literatur

Vortrag mit Bildprojektionen von Dr. Mirella Carbone und Joachim Jung

Was für Ansprüche machen diese Seen und Berge, wie ist immer etwas zu viel an ihnen, die einfachen Augenblicke hat man ihnen abgewöhnt.“
So äusserte sich einst der Dichter Rainer Maria Rilke über das Oberengadin, von dessen idealischer Schönheit er sich förmlich provoziert fand. Aber gerade dieses „zu viel“ ist zahlreichen Autoren zu einer besonderen Herausforderung geworden: Sich in ihrer Kunst mit der Grösse dieser Landschaft zu messen, ihren Ansprüchen künstlerisch gerecht zu werden.
Aus den unterschiedlichsten Perspektiven, in den verschiedensten Tonlagen finden sich die Begegnungen mit der Landschaft des Oberengadins in der Literatur gespiegelt. Ob hymnisch oder spöttisch, ob humorvoll oder leidenschaftlich, ob forschend oder verklärend - kalt gelassen hat diese Landschaft niemanden. Zu Wort kommen Stimmen aus verschiedenen Jahrhunderten, Reisende, Naturforscher, Maler, Musiker, Dichter, Philosophen (Joh. Jacob Scheuchzer, Nicolin Sererhard, Clara Schumann, Richard Wagner, Karl Baedecker, Friedrich Nietzsche, C.F. Meyer, R.M. Rilke, J.C. Heer, Marcel Proust, Hermann Hesse, Sylvia Andrea, Annemarie Schwarzenbach, T.W. Adorno, Klaus und Erika Mann, Robert Gernhardt u.a.m.)

23. August 17 Mittwoch
21.15 h Hotel Waldhaus, Sils

«Die vorzüglichsten Zuckerbäcker auf der ganzen Erde kommen aus Graubünden» (mehr..)

Vortrag mit Bildprojektionen von Peter Michael-Caflisch

30. August 17 Mittwoch
17.30 h Hotel Fex, Fex Curtins

Val Fex – ein paradiesisches Tal im Spiegel von Literatur und bildender Kunst

Vortrag mit Bildprojektionen von Dr. Mirella Carbone und Joachim Jung

Wegen seiner einmaligen landschaftlichen Schönheit bereits im 19. Jahrhundert beliebtes Ausflugsziel für die St. Moritzer Kurgäste, zog und zieht das Fextal auch Schriftsteller und Künstler in seinen Bann: Conrad Ferdinand Meyer, Karl Kraus, Kurt Tucholsky, Samuele Giovanoli, Ernst Rindespacher, Claudio Abbado... Der Vortrag folgt deren Spuren, geht dabei aber auch auf die besondere Siedlungsgeschichte des Tals sowie auf einige Fexer Persönlichkeiten, die die Physiognomie ihrer Heimat mitgeprägt haben.

15. September 17 Freitag

18.15 h Segantini Museum, St. Moritz

Betrachten, Erkennen und Deuten: Zum «Ave Maria bei der Überfahrt»

Vortrag und Gespräch mit Dr. Beat Stutzer

 

Giovanni Segantinis Hauptwerk «Ave Maria bei der Überfahrt» ist zugleich sein berühmtestes Bild und gilt als Ikone des Fin de Siècle, gehörte es doch zu den populärsten Gemälden überhaupt. Das Ave Maria ist ein bestechendes Beispiel für Segantinis Vermögen, die Malweise, die inhaltlichen Aspekte, die genaue Naturbeobachtung und die Lichtregie zu einem vielschichtigen Ganzen mit einer stringenten Bildgesetzlichkeit zu verschmelzen. Wir analysieren die komplexe Darstellung und interpretieren die verschiedenen Sinnschichten.
Dr. Beat Stutzer war von 1982 bis 2011 Direktor des Bündner Kunstmuseums Chur, von 1998 bis 2016 Konservator des Segantini Museums St. Moritz. Seit 2011 ist er Inhaber des Büros K&K, Kunst und Kommunikation, tätig u.a. als Gastkurator für das Kunstmuseum Bern, als Organisator diverser Ausstellungen, als Referent und Verfasser von Publikationen.

4. Oktober 17 Mittwoch

20.00 h Hotel Schweizerhaus, Maloja

„Export II“: Geschichte und Geschichten über den Schmuggel an den Grenzen zwischen Südbünden und der Lombardei

 Vortrag mit Bild- und Filmdokumenten von Dr. Mirella Carbone und Joachim Jung

Der Schmuggel von Südbünden in die Lombardei und in umgekehrter Richtung stellte lange Zeit für die Bergbevölkerung auf beiden Seiten der Grenzen eine der ganz wenigen Alternativen zur harten Land- und Viehwirtschaft und zur Emigration dar. Es handelte sich zwar auch um eine sehr anstrengende, dazu gefährliche Tätigkeit, sie war aber lukrativ. Für die Grenzbewohner war es dabei schwierig, den unrechtmässigen Charakter des Schmuggels nachzuvollziehen.
Der „Export II“, wie der Schmuggel von den Schweizer Zollbeamten genannt wurde, florierte fast ununterbrochen im Zeitraum zwischen 1800 und den 1960er Jahren. Da die leicht begehbaren, weil relativ niedrigen Passübergänge (z.B. der Murettopass zwischen Fornotal und Val Malenco) gut bewacht waren, zogen manche Schmuggler schwierigere Routen vor, zum Beispiel die, die vom Fextal über die Fuorcla Fex-Scerscen (3.100 m) oder den Pass dal Tremoggia (3.014) ins Veltlin führen und eigentlich alpinistische Unternehmungen sind. Wie gefährlich und nicht selten teuer bezahlt der Schmuggel war, wird beim Vortrag auch zur Sprache kommen.

6. Oktober 17 Freitag

18.15 h Segantini Museum, St. Moritz

«Rückkehr vom Wald», eine Winterlandschaft als Sinnbild für den Tod

Vortrag und Gespräch mit Daniela Hardmeier.

 
Segantini sublimiert in diesem wichtigen Werk aus seiner Savogniner Zeit eine einfache Bäuerin und die winterliche Landschaft zur Erfahrung menschlicher Endlichkeit und vermittelt in diesem Bild erstmals seine auf die Natur bezogene Religiosität.
Daniela Hardmeier ist Kuratorin im oxyd Kunsträume (Winterthur), darüber hinaus als freischaffende Kunsthistorikerin und Kuratorin tätig.